ABENDMAHL 2009

 
 
 
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NRW Old-Stars Bikertreff

Motorad-Reisen

Was sollte man mitnehmen?

Auf dem Motorrad hat man nicht viel Platz. Anhand folgender Checkliste kann bei der Tourenplanung überprüft werden, ob alles Wichtige eingepackt ist. Die Liste ist bewusst umfangreicher als für die meisten Motorradfahrer/-innen notwendig, um allen Bedürfnissen und Gewohnheiten und auch dem Alter der Maschine Rechnung zu tragen. Sie soll auch einer geschickten Planung der Gepäckverteilung dienen.

Papiere, Zahlungsmittel & Tickets (Unterbringung im Tankrucksack)
Es macht Sinn, gute Kopien von den wichtigsten Papieren anzufertigen und diese an anderer Stelle als die Originale mitzuführen. Bei Verlust oder Diebstahl der Originale können leichter Ersatzpapiere beschafft werden. Wichtige Dokumente sollten immer wasserdicht verpackt sein (z.B. in einem Gefrierbeutel, einer Prospekthülle oder Handgepäcktüte für Flugreisen):

  • Personalausweis und/oder Reisepass
  • Führerschein
  • Fahrzeugschein, Zulassungsbescheinigung Teil 1
  • grüne Versicherungskarte
  • Reifenunbedenklichkeitserklärung
  • die wichtigsten Telefonnummern von Notdiensten und Angehörigen zuhause
  • Kreditkarte
  • ADAC (Plus) Mitgliedskarte/ Schutzbriefunterlagen
    Falls erforderlich:
  • Auslandskrankenschein/ Auslandskrankenversicherungsnachweis
  • Visum/ Carnet
  • Flug-, Fähr- oder Bahnticket
  • Schecks (EC-Schecks und Scheckkarte, Traveller-Schecks,...)
  • ausländische Währung oder Bargeld (an verschiedenen Stellen untergebracht)

Essen und Trinken (Unterbringung im Tankrucksack)

  • Apfel, Birne oder sonst. Obst
  • Traubenzucker, Kaugummi
  • Müsliriegel
  • Wasser (in 0,5L Kunststoff-Flasche)

Nützliche Unterlagen und Utensilien

  • Reise- und Sprachführer/ Wörterbuch
  • Landkarten im geeigneten Maßstab
  • Sonnenbrille
  • Ersatzschlüssel für Motorrad und Koffer
  • Taschenmesser/ Multi-Funktionswerkzeug
  • Taschenlampe oder Stirnlampe
  • Handy inkl. Ladegerät
  • Erste-Hilfe-Set für Motorräder (in manchen Ländern vorgeschrieben
  • Warnweste (in einigen Ländern vorgeschrieben)
    Falls erforderlich:
  • Hoteladressen/ Hotelverzeichnis
  • Händleradressen
  • Ersatzbrille/ Ersatz-Kontaktlinsen
  • Visierreiniger mit Anti-Beschlag-Wirkung
  • Spanngurte (besser als Spanngummis)
  • kleiner Rucksack
  • Gefrierbeutel für wasserdichtes Einpacken (Achtung: Einkaufstüten sind nicht dicht)

Fotoausrüstung (Unterbringung im Tankrucksack)

  • Fotoapparat und Ersatzbatterie, Digitalkamera und Ladegerät
  • Filme/ Speicherkarten f. Digitalkamera
  • Foto-Zubehör

Zusätzliche Motorradbekleidung (neben der Standard-Ausrüstung)

  • Ersatzhandschuhe (ggf. Sommerhandschuhe oder Thermohandschuhe)
  • Regenkleidung (Regenjacke und Regenhose sind meist besser als einteilige Kombis)
  • Regen-Überschuhe, Regen-Handschuhe
    Falls erforderlich:
  • Thermokombi bzw. Funktions-Unterwäsche
  • Sturmhaube, Halstuch und/oder Halskrause
  • Ohrenstöpsel
  • (getöntes) Ersatzvisier

Camping u. Kochausrüstung (falls erforderlich)

  • Zeltausrüstung (Vollständigkeit vor Abfahrt prüfen)
  • Schlafsack
  • Schlafmatte
  • Imprägniermittel bzw. Reparaturset für Zelt und Kleidung
  • 12V-Leuchtstofflampe zum Anschluss an Motorrad-Batterie
  • Kocher/ ggf. Gas-Patronen
  • Töpfe
  • Besteck/ Kunststoffgeschirr/ Becher/ Holzbrett
  • Trinkflasche
  •  Wäscheleine/ Spülmittel/ Küchentücher

Kleidung (neben Motorradbekleidung)

  • Unterwäsche und SockenHemden und/oder Pullis und Hosen
  • allgemein Thermowäsche (z.B. Fleecepullover)
  • feste Schuhe

Toilettenartikel

  • Zahnputz-Utensilien
  • Rasierzeug
  • Haarbürste/ Kamm
  • Wasch- und/oder Pflegemittel/ Shampoo
  • Fingernagelschere bzw. Knipser
  • Sonnencreme
  • Handtücher/ Badetuch
    Falls erforderlich:
  • Reiseapotheke (keine Schmerzmittel verwenden, die die Blutgerinnung verzögern!)

Ersatzteile
Bei einigen Ersatzteilen die genaue Typenbezeichnung laut Herstellerangaben beachten!

  • Ersatzzündkerze(n) (z.B. für die Prüfung der Zündung)
  • Bowdenzüge (Universalzüge aus dem Zubehörhandel!)
  • Gewebeklebeband/ Tape
  • Kabelbinder (mittlere Größe) und/ oder stabiler Bindedraht
  • Sicherungen (vorhandene Werte beachten)
  • Ersatzlampen für Scheinwerfer, Blinker und Bremslicht (in spezieller Box)
  • ggf. Kettenspray
  • ggf. Motoröl in kleinem Kanister (1/4 oder 1/2 Liter), wenn Maschine Öl verbraucht
  • Ersatzschrauben mit Muttern (die gängigsten Größen als Satz) und Unterlegscheiben
  • Kfz-Kabel für kleine Reparaturen/ Lüsterklemmen/ Schrumpfschlauch
  • Feuerzeug
  • Reparaturkit für Schlauch- oder schlauchlose Reifen (keine Reifen- oder Pannensprays), Anwendungshinweise des Herstellers beachten!
  • Ersatzhebel für Bremse und Kupplung (bei längeren Touren oder Geländefahrten)

Werkzeuge
Wer sein Zweirad regelmäßig pflegt und wartet, weiß selbst am besten, welches Werkzeug (neben dem meist einfachen Bordwerkzeug) für einfache Reparaturen unterwegs wichtig ist. Die Reihenfolge der Zusammenstellung orientiert sich an der zu erwartenden Bedeutung des Werkzeuges unterwegs:

  • Luftdruckprüfer
  • ggf. gekröpfte Ventilverlängerung für schwer zugängliche Reifenventile
  • Ggf. Werkzeug zum Nachspannen der Antriebskette
  • Schraubendreher (Schlitz- und Kreuzschlitz mittlerer oder unterschiedlicher Größen)
  • Gabel-/ Ringschlüssel der Größen 8 bis 17 mm
  • Kombizange (isoliert, mit Schneiden, bessere Qualität lohnt sich)
  • Innensechskant-Schlüsselsatz
  • Bedienungsanleitung mit Stromschaltplan
    Für erfahrene Schrauber
  • Zündkerzenschlüssel (möglichst Originalwerkzeug)
  • kleine Luftpumpe oder CO2-Patrone (Zubehörhandel)
  • Lappen/ Einweghandschuhe
  • ggf. kleiner Trichter oder kleiner Messbecher (zum Einfüllen von Flüssigkeiten)
  • kleiner Ratschensatz mit den gängigsten Steckschlüsseln.
  • Montierhebel für Schlauchreifen, Felgenschoner
  • Durchgangsprüfer (am besten kleines Messgerät für wenige Euro aus dem Zubehör) oder Prüflampe´

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Motorrad-Kurzcheck 

Wer auf seiner Motorradtour keine unliebsamen Überraschungen erleben möchte, der sollte vor jedem Start einen Kurzcheck machen. Die ADAC-Motorradexperten haben die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Schon beim theoretischen Unterricht in der Fahrschule wurde die Wichtigkeit der Überprüfung der "3 großen B" ins Hirn der künftigen Motorradfahrer eingebrannt: Beleuchtung, Bereifung und Bremsen

Sehen und gesehen werden ist eine wichtige Voraussetzung für sicheres Motorradvergnügen: Daher muss vor dem Losfahren unbedingt überprüft werden, ob alle Lampen leuchten. Fern- und Abblendlicht, Brems- und Rücklicht, Blinker und Kennzeichenbeleuchtung sowie die dazugehörigen Schalter können auch alleine getestet werden. Man muss halt vom Motorrad absteigen und die Bremshebel mit kleinen Tricks betätigen: Den Handbremshebel notfalls per Gummizug, die Fußbremse mit einem Gewicht. 

Eine Sichtkontrolle zeigt außerdem, ob am Scheinwerferglas Sprünge oder Kratzer sichtbar sind. Dies könnte bei Regen zu Wassereintritt führen und schlimmsten Falls die Lichtanlage ausfallen lassen.

Entscheidende Reifen-Fragen
Weil die Reifen den Kontakt zur Straße herstellen und eine kaum postkartengroße Fläche über das Gelingen selbst schwieriger Fahrmanöver entscheidet, sollten sie zwingend vor jeder Fahrt überprüft werden. Die entscheidenden Fragen sind:
- Ist die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter vorhanden? (Mehr Millimeter sind mehr Sicherheit)
- Ist der Luftdruck im fürs Modell vorgeschriebenen Bereich? (In der Regel von 2,0 bis 2,2 bar. Bei Zwei-Personen-Betrieb und Zuladung entsprechend anpassen)
- Sind Beschädigungen am Reifen sichtbar?  (Fremdkörper im Gummi, Risse in der Karkasse etc.)
- Sind beide Ventilkappen vorhanden? 

Übrigens: Weil der Vorderreifen vor allem an den Seitenflanken beansprucht wird, muss auch dort gemessen werden. Das Profil an der Mittelrille wird meist weniger abgenutzt. Am Hinterreifen verschleißt die Lauffläche am schnellsten. Mit „eckigen“ Reifen sind Kurven schwerer zu fahren. Hat der Reifen den so genannten „Autobahn-Platten“ ist er zu ersetzten, auch wenn die Seitenflanken noch Profil aufweisen.

Alle Messungen müssen an mehreren Stellen mit dem vorgeschriebenen Luftdruck und bei kalten Reifen erfolgen. Reifendruck-Messer in Füllergröße kosten wenig, können aber auch unterwegs helfen. ADAC-Motorradmann Ruprecht Müller empfiehlt zudem, Ventilkappen aus Gummi durch Metalldeckel mit Dichtung zu ersetzen: „So schützt man sich bei hohen Geschwindigkeiten vor einem plötzlichen Luftverlust.“ 

Bremsen als Lebensversicherung

Natürlich fasziniert beim Motorradfahren die Beschleunigung. Das Gegenteil ist allerdings eine Lebensversicherung – und zur „Entschleunigung“ sind funktionierende Bremsen nötig. Vor einer Ausfahrt müssen deshalb unbedingt die Leitungen und Schläuche auf Dichtheit oder Scheuerstellen geprüft werden und die Bremsbeläge auf Abnutzung. Der Stand der Bremsflüssigkeit im Ausgleichbehälter kann per Augenschein geprüft werden, die Qualität der Bremsflüssigkeit nicht. Da sie auch Alterungsprozessen unterliegt, sollte sie – unabhängig von der Fahrleistung – jedes Jahr, spätestens aber alle zwei Jahre getauscht werden. 

Die Bremswirkung muss vor dem Fahrtantritt gecheckt werden, indem Hinterrad und Vorderrad möglichst abseits des Verkehrs (Parkplatz, Hof) bis zur Blockiergrenze gebremst werden. Baut sich der Bremsdruck schnell auf und nach Lösen der Bremse ebenso schnell ab, ist die Bremsfunktion in Ordnung. Ob neben den Bremshebeln auch der Kupplungshebel und der Gasgriff leichtgängig sind, kann dabei ebenfalls getestet werden. 

Die Spannung muss stimmen

Die Antriebskette sollte bei jeder Fahrt ausreichend mit Schmierstoff versorgt sein. Eine entsprechende Sprühdose gehört deshalb zur Fahrer-Grundausstattung, schließlich können Regenfahrten Schmierung kosten. Für die richtige Kettenspannung gilt die alte „Biker“-Faustregel: Die Kette sollte sich rund zwei Fingerbreit auf und ab bewegen lassen. 

Die Prüfung des Motorenöl-Standes und – sofern vorhanden – des Kardanöls sowie das Nachfüllen sollte vor dem Start und bei Tankstopps auf größeren Touren zum Programm gehören. 

Ob die Seitenständer-Feder genügend Rückholkraft besitzt, kann leicht geprüft werden. Wenn der „Killschalter“ des Seitenständers zum Verdrecken neigt, sollte dessen Reinigung gekonnt sein. Nach einer Rast im Nirgendwo deshalb vom Anlassen gehindert zu werden, ist ein wenig schönes Erlebnis. 

Dass die Spiegel nicht zu locker sind und überdies richtig eingestellt werden gehört zu den rituellen Vorbereitungen jeden Motorrad-Vergnügens. 

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Auf die Streckenlänge kommt es an

Die Planung von Reisen und Touren mit dem Motorrad ist in den Zeiten von Navigationssystemen und elektronischen Karten leichter denn je:  Bei der Festlegung der Etappenlängen werden aber oft Fehler gemacht.  

Motorrad-Reisen und -Touren durch landschaftlich schöne Gebiete stehen für Genuss mit allen Sinnen. Der kann jedoch nachhaltig getrübt werden, wenn bei der Routenplanung die Länge der Tagesstrecke falsch eingeschätzt wird. Für Dr. Christoph Scholl, bekannter Rennarzt und Begleiter von vielen Motorradtrainings, steht eines allerdings fest: „Obwohl es natürlich auf den individuellen Fitness- und Trainingszustand der Fahrerin oder des Fahrers ankommt, überschätzen sich viele und sitzen zu lange im Motorradsattel. Vor allem wenig geübte Piloten überziehen leicht.“ 

Dass mehr Strecke nicht nur weniger Spaß am Erleben ist, sondern auch ein Sicherheitsrisiko bedeutet, erklärt Doc Scholl: „Die körperliche Belastung des Motorradfahrers liegt generell erwiesenermaßen im Belastungsbereich von Wettkampfsport. Schließlich summieren sich die Ausführung der Fahrmanöver, die Haltearbeit und der Widerstand gegen den Fahrtwind sowie die permanente Aufmerksamkeit und der Stress im Straßenverkehr.“ 

Im Klartext: Wer zu lange fährt, riskiert nicht nur Aufmerksamkeitsdefizite, die zu fatalen Folgen führen können. Die Herz-/Kreislaufbelastung steigt durch die erhöhte Hormonausschüttung zusätzlich. „Wenn erste Konzentrationsmängel auftreten, muss jedem klar sein, dass er schon zu lange fährt“, dringt Dr. Scholl auf regelmäßige und geplante Pausen. Der zwei Stunden-Rhythmus aus dem Autobereich kann, je nach Motorrad (mit oder ohne Verkleidung), Streckenbeschaffenheit und Wetter, für Motorradler zu lange sein. 

Die Faustregel der ADAC-Motorradexperten für die richtige Streckenlänge pro Fahrtag heißt:

-         auf Autobahnen maximal 700 Kilometer

-         auf Bundesstraßen maximal 450 Kilometer

-         auf Landstraßen maximal 350 Kilometer

-         im Gebirge mit Pässen maximal 250 Kilometer

-         auf Enduro-Strecken mit viel Schotter maximal 200 Kilometer 

Selbstredend gilt dies nur für gutes Motorrad-Wetter: Besonders große Hitze, niedrige Temperaturen oder extreme Temperaturschwankungen sowie Dauerregen erfordern eine Reduzierung der Teilstücke. Gleiches gilt für Fahrten auf Routen mit erheblicher Verkehrsbelastung. 

Was unterwegs gegessen und vor allen wie viel und was getrunken werden sollte, findet sich im Kapitel „Richtig essen und trinken unterwegs“.  Dass die Pausen nur für Tanken, Pinkeln und womöglich Rauchen genutzt werden, hält Dr. Christoph Scholl für gänzlich falsch: „Jede Rast sollte zur aktiven Erholung und Regeneration im physischen und psychischen  Bereich genutzt werden.“ Dazu zählt der Mediziner Lockerungs- und Dehnungsübungen auch in der Kombi, schließlich verkrampfen nicht nur Muskeln an den Beinen, Armen und im Schulterbereich - auch die Wirbelsäule bekommt trotz aller Federung- und Dämpfung kaum merkbare Stöße ab. Selbst „Augengymnastik“ wie Grimassenschneiden oder Augenrollen hilft: Dadurch wird die Feuchtigkeit im Auge angeregt. 

Weil nur gut fährt, wer entspannt unterwegs ist, rät Dr. Scholl nicht nur zur aufmerksamen Selbstkontrolle: „Lockerheit erkennt man am besten an einer entspannten Unterlippe. Wer die Lippen zusammenkneift und auf die Zähne beißt, ist verkrampft.“ Die „Scholli“-Tipps für zwischendurch: Während der Fahrt die Füße auf den Rasten gezielt kippen, Schenkel spannen und entspannen, die Schultern und den Kopf heben und senken sowie drehen und zudem den Po heben, als wolle man aufstehen. 

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 Motorräder richtig beladen

Motorräder sind keine Packesel: die Fahrstabilität der Maschine wird kritischer, je mehr Ladung mitgenommen wird. Richtig packen ist deshalb nicht nur die Kunst der Selbstbeschränkung.

Die wichtigste aller Regeln ist einfach, aber schwer zugleich: Das Motorrad sollte mit so wenig Gepäck wie möglich belastet werden. Zudem muss aufs zulässige Gesamtgewicht geachtet werden, schließlich zählen Fahrer und Beifahrer/in neben Gepäck ebenfalls zur Zuladung. Das maximale Gesamtgewicht findet sich im alten Fahrzeugschein unter Ziffer 15, in den neuen Dokumenten unter F1. Deshalb die Aufsassen in voller Montur wiegen und zum Gewicht der fahrfertigen Maschine addieren. Wenn diese Summe vom zulässigen Gesamtgewicht abgezogen wird, ist das Erstaunen meist größer als das verbleibende Ladegewicht.

Grundregel beim Bepacken:  Es muss sichergestellt werden, dass Fahrer und Sozius genug Platz haben, bequem sitzen und nicht in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt werden. Nur so ist das Motorrad in jeder Fahrsituation beherrschbar.

Der Tankrucksack sollte zuerst und mit schweren Gegenständen beladen werden. Er ist zudem der sicherste Platz für empfindliche Geräte wie Foto- oder Videokamera. Der Tankrucksack darf weder den Lenkereinschlag, noch den Blick auf die Instrumente und Kontrollleuchten beeinträchtigen. Eine Probefahrt empfiehlt sich bei Tankrucksäcken, die mit Riemen befestigt sind: Ob die Befestigungsriemen Seilzüge und Druckschläuche wie die Benzinzufuhr abklemmen oder gar das Zündkabel herausziehen, zeigt sich bei engen Kurven. Ein Tankrucksack mit Magnetbefestigung sollte bei schwerer Beladung zusätzlich durch Riemen gesichert werden.

Schweres gehört in Seitentaschen oder Koffer grundsätzlich nach unten, nahe an den Schwerpunkt der Maschine. Für die Stabilität des Motorrads müssen Seitenkoffer gleich bepackt werden. Unbedingt zu beachten sind die Herstellerangaben für die maximale Ladung bei Koffern und Taschen sowie die erlaubte Höchstgeschwindigkeit.

In einem Topcase dürfen nur leichtere Gegenstände verstaut werden, schließlich sollte die Achslastverteilung bei rund 45 % auf dem Vorderrad und 55 % auf dem Hinterrad bleiben. Für den Gepäckträger gelten gleiche Vorgaben wie fürs Topcase. Um dem Wind wenig Angrifffläche zu bieten und durch flatternde Gegenstände Turbulenzen, die ins Fahrwerk geleitet werden, zu vermeiden, rät der ADAC nicht nur zum Einsatz von Spanngurten. Spezielle Gepäckrollen für den Träger sind die beste Lösung – und wasserdicht sind sie meistens zudem.

Motorradfahrer, die so genannte Saddle-Bags aus Stoff oder Leder nutzen, sollten darauf achten, dass diese ebenfalls fest mit dem Motorrad verbunden sind. Wer im Solobetrieb den Soziusplatz für Gepäck nutzt, sorgt für ein besser ausgewogenes Gewichtsverhältnis als bei Belastung des Gepäckträgers. Spezielle Ladesysteme für diesen Zweck sollten aber nicht zu einer unbequemen Fahrerhaltung führen – auch der Auf- sowie Abstieg muss ohne Verrenkungen möglich sein!

Keinerlei Gepäck gehört in den Bereich der Lenkachse, also an den Lenker, neben das Vorderrad, auf den Kotflügel oder an die Gabel. Erhöhte ungefederte Massen können zu unkontrollierbarem Lenkerpendeln führen. Tests im ADAC-Windkanal bewiesen: Selbst ein leichter Schlafsack an der Gabel kann bei höherem Tempo für soviel Auftrieb sorgen, dass sogar Sturzgefahr besteht. Schwere Rucksäcke für den Fahrer sind nicht ratsam. Sie führen oft zu einer unbequemen Sitzhaltung und lassen ihn schneller ermüden.

Generell wichtig ist die Anpassung des Fahrwerkes, schließlich müssen Federung und Dämpfung die zusätzliche Last schlucken. Dass der Luftdruck der Reifen bis zur Maximalmarke (Herstellerangabe beachten) erhöht werden muss, versteht sich von selbst. Und mit einer beladenen Maschine sicher unterwegs ist nur, wer auch seinen Fahrstil anpasst. Schließlich verändern sich nicht nur Beschleunigung und Durchzugswerte erheblich – auch die Bremswege werden deutlich länger.

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Richtig Essen und Trinken auf Motorradtouren

Sommerzeit, Reisezeit – auch und gerade für Motorradfahrer. Damit Reisen und Touren zum reinen Vergnügen werden, müssen aber nicht nur die Länge der Fahrstrecken richtig gewählt werden: Auch Essen und Trinken unterwegs kann viel zum Wohlbefinden und zur Sicherheit beitragen.  

Für Dr. Christoph Scholl, selbst leidenschaftlicher Motorradler, Rennarzt und Begleiter vieler Motorradtrainings, gibt es ein fatales Phänomen: „Unabhängig vom Alter trinken Motorradpiloten zu wenig.“ Vor allem bei warmem Wetter, wenn zur allgemeinen Anstrengung auch noch Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen kommt, muss die regelmäßige Flüssigkeitszufuhr gewährleistet sein. Dr. Scholl: „Wenn zu wenig getrunken wird, verdickt sich das Blut. Weil weniger Nährstoffe und Sauerstoff zum Gehirn gelangen, lässt schleichend die Aufnahmefähigkeit und die Konzentration nach.“ 

Weil das auf dem Motorrad schlimme Folgen haben kann, rät Doc Scholl nicht nur bei den dringend empfohlenen Pausen spätestens alle zwei Stunden zur konsequenten Getränkeaufnahme. Seine Faustregel, die allen „Gewichtsklassen“ der Fahrerinnen und Fahrer gerecht wird: „Pro Stunde sollten es fünf Milliliter Getränk pro Kilogramm Körpergewicht sein.“ Während eine 50 kg-Pilotin also einen viertel Liter benötigt, sollten es bei einem Fahrer mit 90 kg mindestens 0,45 Liter sein. Wer kein „Camel“-Bag mit Trinkschlauch für unterwegs  besitzt, sollte für Zwischendurch also geeigneten Nachschub mitführen. Vorher mehr trinken hilft nur bedingt und führt zudem zu vielen Pinkelpausen. 

Was auf Reisen und Touren getrunken werden soll, macht Dr. Scholl unmissverständlich klar: „Selbstredend keinen Alkohol und nicht dauernd Kaffee, sondern Wasser, Apfelschorle und ungesüßten Früchtetee.“ Den als Frischespender angepriesenen isotonischen Getränke misst Dr.Christoph Scholl keinerlei bessere Wirkung bei: „Das ist eigentlich reine Beutelschneiderei.“ Gänzlich abraten tut er von so genannten Energy-Drinks verschiedener Rezepturen: „Wer glaubt, damit seine Müdigkeit bekämpfen zu müssen, gefährdet sich und andere.“ Solche „Koffein-Bomben“ könnten in der Hitze gar zu richtigen Aussetzern führen. 

Neben regelmäßigem Trinken ist auch das Essen unterwegs für Motorradfahrer eine wichtige Angelegenheit. „Besser öfter, leichte Kost und keine riesigen Portionen“; rät Dr. Scholl zu Müsli, Salaten, Gemüse, Nudeln, Suppen und Obst: „Die Schweinshaxe mit Knödel und Kraut kann am Ziel den Tourentag krönen, unterwegs gegessen aber zu Problemen führen.“ Wer bei den (Essens-)Pausen die freie Natur vorzieht, sollte entsprechende Kost mitführen – schließlich bringt eine Butterbrot mit Auflage die Energie besser zurück als klebrige Schoko-Riegel mit künstlichem Honig. 

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